nachhaltigkeitsnotizen
07.03.2017

Impact sichtbar machen

trends

Elisabeth Senger

(c)forStory

Vor Kurzem hatte akzente ein Münchner Startup zu Besuch: forStory. Dahinter stecken David Hahn, Alexander Conrad und Philipp Exler. Mit ihren Impactfilmen helfen sie Organisationen, ihre Wirkung im gesellschaftlichen Bereich aufzuzeigen. Dabei entstehen spannende Filme, deren Impactmessung aber gar nicht so einfach ist. Ein Interview mit Philipp Exler.

Philipp, was ist eigentlich ein Impactfilm?
Kurz und knapp: Ein Impactfilm ist ein Film für gesellschaftliches Engagement und im besten Fall auch Impulsgeber für gesellschaftliche Veränderung. Der Begriff ist aus unserer Auseinandersetzung mit der Wirkungslogik und dem I-O-O-I-Modell (Input-Output-Outcome-Impact) entstanden. Dabei ist uns aufgefallen, dass reine Imagefilme meist nur Input und Output beleuchten – wie viele Mitarbeiter sind involviert, wie viel Geld und Ressourcen investiert das Unternehmen und welche Produkte oder Dienstleistungen bietet es? Impactfilme zeigen dagegen auf, welche Wirkung aus dem eingesetzten Input und erzielten Output entsteht und welche Vision hinter den Aktivitäten steckt. Wer‘s genauer wissen will kann auch in unserem Blog nachlesen.

Wer steckt hinter forStory? Und wie seid ihr darauf gekommen, ein Startup zu gründen?
Hinter forStory stehen die drei Schwaben und Gründer David Hahn, Alexander Conrad und Philipp Exler. David war, inspiriert durch die Global Summer School der Social Entrepreneurship Akademie, der Impulsgeber für das Startup. Entstanden ist forStory aus der klaren Absicht, ein social business zu kreieren und selbst Impact zu stiften. Seit dem ersten Brainstorming im Herbst 2015 hat sich aber viel getan, wir haben Ideen justiert, verworfen und wieder neue entwickelt – die Filme waren zu Beginn z.B. nur eine Teilleistung. Unseren Namen haben wir sogar auf dem Weg zum Notar nochmal einmal geändert.

Wo siehst du euren größten Impact? Was ist euer Ziel?
Unser Ziel ist es, gesellschaftliches Engagement von Einzelpersonen, NGOs und Unternehmen zu unterstützen und zu fördern. Dafür nutzen wir Impactfilme. Filme, oder allgemeiner gesagt: Geschichten haben großen Einfluss auf unser Handeln. Ich denke, dass wir durch anspruchsvolles Storytelling, in dem wir viele positive Beispiele gesellschaftlichen Engagements zeigen, immer wieder Impulse geben können, selbst aktiv zu werden, sich zu engagieren und neue Ideen zu entwickeln. Wir stiften also Impact indem wir den Impact anderer sichtbar machen.

Ist Impactmessung auch ein Thema bei euch und in euren Filmen?
Na klar! Das ist ein großes Thema, sowohl für uns selbst, als auch für die Filme. Allerdings ist Impactmessung nicht immer ganz einfach. In vielen Fällen ist eine klassische, quantitative Bestimmung nicht möglich – da macht es dann Sinn, einzelne, konkrete Beispiele aufzuzeigen. Unseren eigenen Impact messen wir durch qualitative Feedbacks unserer Kunden in regelmäßigen Abständen. Manchmal gelingt es aber auch, den Impact zu beziffern. Beim Verein Schülerpaten Berlin e.V. haben sich z.B. nach der Veröffentlichung unseres Films mehr freiwillige Paten gemeldet, die zum Teil explizit durch den Film motiviert waren.    

Wie können Unternehmen und NGOs von euren Filmen profitieren?
Unser Slogan ist: Wir helfen Organisationen ihren Impact zu zeigen. Für NGOs, die die Unterstützung aus der Gesellschaft oder durch andere Organisationen brauchen, ist das die beste Öffentlichkeitsarbeit. Ich unterstütze eine Organisation vor allem dann, wenn ich nicht nur weiß, was sie machen, sondern wenn ich auch sehe, was sie damit bewirken. Durch unsere Art des Storytellings zeigen wir vor allem die Wirkung des Engagements. Dadurch werden die relevanten Zielgruppen motiviert und nicht nur mit schlechtem Gewissen oder Druck konfrontiert.
Bei Unternehmen drückt sich die Unterstützung dann im Konsum der Produkte bzw. Dienstleistungen aus. Oder auch intern, durch steigende Mitarbeiterzufriedenheit. Gerade dafür und für ein erfolgreiches Employer Branding ist eine klare Wertekommunikation entscheidend. Und da setzen unsere Filme durch authentisches Storytelling an.

Neben dem Tagesgeschäft habt ihr auch den Filmwettbewerb Impactfilm.org ins Leben gerufen – was steckt dahinter?
Gemeinnützigen Organisationen bieten wir die Filmproduktion zu reduzierten Preisen an. Häufig ist das Marketing-Budget jedoch trotz der Rabatte nicht ausreichend. Anfangs haben wir dann einfach mehr Rabatt gegeben, um die Projekte nicht ablehnen zu müssen. Auch wenn uns klar war, dass wir so nicht lange auf dem Markt bestehen können. Dafür gibt es jetzt den IMPACTFILM.org Filmwettbewerb.
Auf www.impactfilm.org listen wir genau diese Projekte – gemeinnützig und kaum Budget – mit einem Kurzprofil. Damit bieten wir ihnen eine Plattform und vermitteln die Projekte an Filmemacher, die  ihre Kernkompetenz einsetzen wollen, um sich zu engagieren. Die Hauptzielgruppe des Preises sind junge Filmemacher sowie Studenten und Bewerber von Film- und Medienhochschulen. Der Wettbewerb gibt durch eine hochkarätige Jury, die Preisverleihung und den Community-Charakter weitere Anreize für das Engagement sowie einen klaren zeitlichen Rahmen für die Zusammenarbeit.  Natürlich sollen auch Preisgelder und Sachpreise ausgeschrieben werden, wobei wir dabei auf Sponsoren und Unterstützer angewiesen sind. Diese können z.B. eine Preispatenschaft für den Publikumspreis oder den besten Film übernehmen oder mit Veranstaltungsort und Catering dabei helfen, den richtigen Rahmen für die Preisverleihung zu schaffen. 

 

 

Übrigens: Natürlich stellt sich forStory auch in einem Video vor.