nachhaltigkeitsnotizen
29.04.2016

Europa mit Kinderaugen gesehen

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Oliver Liedtke

Europa mit Kinderaugen gesehen

Gerade derzeit ist die Zukunft Europas Thema zahlreicher Medien und vieler Diskussionen. Die Rede ist von großen Herausforderungen, von Möglichkeiten und von der nächsten Generation, die Europa prägen wird. Gerade sie, die Kinder und Jugendlichen, die im Europa von morgen leben werden, lässt Oliver Liedtke in seinem Buch „Europa mit Kinderaugen gesehen“ zu Wort kommen. Sie nehmen Dinge oft anders wahr und eröffnen uns so manches Mal den Blick auf das Wesentliche – im Alltag wie auch in der Politik.

Oliver Liedtke zum Hintergrund seines Buches:

„Politische Diskurse werden oft auf mehreren Ebenen geführt. Auf manchen kommt Neues zutage, auf anderen werden nur bekannte Wiederholungen ausgetauscht. Und manchmal werden Diskurse auf anderen Ebenen erst gar nicht wahrgenommen. Beim Thema Europa lässt sich beobachten, dass oft über die jüngeren Generationen gesprochen wird, sie selbst aber kommen kaum zu Wort. Dabei sollte ein nachhaltiges Europa die Perspektiven aller Betroffenen widerspiegeln.

Die Staaten Europas haben sich mit den Verträgen von Rom 1957 zu einer gemeinschaftlichen Form des Zusammenlebens entschlossen. Aber dieser Zusammenschluss ist keine Selbstverständlichkeit. Er gründete auf gemeinsamen ökonomischen Zielen sowie der Stabilisierung des Friedens. Das hat gut funktioniert, so dass es leicht war, auch einen gemeinsamen Wertekanon daraus zu formulieren, der zuletzt als unumstößlich galt. Dieser Kanon steht heute mehr denn je infrage. Uns beschleicht sogar die Ahnung, dass dieser Kanon vielleicht nie so tief geteilt wurde, wie wir es glaubten. Für die Zukunft ist es daher umso wichtiger, alle Ebenen wieder in den Diskurs einzubeziehen. Und das sind in diesem Fall auch die jüngeren Generationen.

Mit 20 Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 14 Jahren habe ich darüber gesprochen, welche Vorstellungen sie von Europa haben und was ihnen an Europa besonders wichtig ist. Die Antworten geben einen Hinweis darauf, was die jüngeren Generationen für den Kern Europas halten und welche Bedeutung er für sie hat. Sie tun dies in ihrer Sprache – nicht immer ausgefeilt und differenziert, aber in ihren Worten liegt oft viel Wahrheit.“