nachhaltigkeitsnotizen
14.07.2016

Eine Karriere mit Sinn

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Sylvia Hofer-Jendros

(c)PegakaSaraMarx_photocase.de

Ein sinnvolles Arbeiten und Leben – das sind die Statussymbole der Generation Y. On Purpose bietet High Potentials die Möglichkeit, ein Jahr lang in einem Social Business, einer NGO oder der CSR-Abteilung eines Unternehmens zu arbeiten. Trainings, Coachings und Mentorings vertiefen diese Erfahrung und vermitteln den Teilnehmern (Associates) aktuelles Wissen über CSR sowie praktische Fähigkeiten. akzente begleitet den Launch von On Purpose in Deutschland in kommunikativen Fragen. Mark Fliegauf, einer der beiden Geschäftsführer von On Purpose Berlin, gibt einen Einblick in die Erlebnisse, Herausforderungen und die Freuden von Menschen, die „on purpose“ arbeiten.

Mark, On Purpose entwickelt Verantwortungskräfte. Kannst du uns bitte kurz erklären, was das bedeutet?
Verantwortungskräfte sind Führungskräfte, die nicht nur Verantwortung für ihr Unternehmen übernehmen, sondern auch darüber hinaus. Menschen, die sich nicht nur über ihren eigenen Karriereweg Gedanken machen, sondern auch über die Welt, in der wir leben. Die unternehmerisch handeln, aber auf nachhaltige Art und Weise. Wir ermöglichen ihnen Unternehmertum und Nachhaltigkeit zu verbinden, bereiten sie intensiv auf kommende Führungsaufgaben vor.

On Purpose wurde 2009 in London gegründet, seit einem Jahr gibt es On Purpose Berlin und mit Paris zusammen habt ihr bereits knapp 200 Associates begleitet. Warum kommt euer Angebot so gut an?
Unsere Associates wollen mit ihrer Arbeit etwas bewirken, auf das sie stolz sein können. Bei On Purpose können sie wirken und bewirken – und gleichzeitig wachsen sie an den Herausforderungen des Programms selbst. So bekommen sie ein besseres Gespür für ihre Fähigkeiten und entdecken mehr und mehr, wie ein sinnvolles Arbeitsleben für sie aussieht. Letztlich verhilft ihnen unser Programm zu einer „Karriere mit Sinn“. Unsere Partnerunternehmen freuen sich derweil über hochqualifizierte Kräfte, die mit Leidenschaft Sinn stiften wollen. Und als erstklassige Projektmanager schnell Wirkung erzeugen. Also eine klare Win-Win-Situation, die so in Deutschland einmalig ist.

Warum lohnt es sich für Unternehmen einen Associate aufzunehmen? Bedeutet das für die Mitarbeiter nicht Mehrarbeit?
Es lohnt sich konkret, weil du eine neue Kollegin oder einen neuen Kollegen bekommst, die Dir Arbeit abnehmen und Projekte mit Dir zusammen umsetzen. Die als interne Innovationsagenten neue Ideen mitbringen – und dazu noch ein Netzwerk von der Mentorin bis zu uns als Geschäftsführern im Rücken haben. Aber, klar: Dafür erwarten wir ein professionelles Onboarding, bei dem unsere Associates gut in die Organisation oder das Unternehmen eingeführt werden. Das kostet ein bis zwei Wochen an Zeit und Ressourcen. Das war’s dann aber auch. Unsere Associates haben nicht viel Zeit, im neuen Umfeld schwimmen zu lernen. Das wissen sie und wir. Deshalb suchen wir nur die besten Kandidaten aus.

Öffne doch mal bitte das Nähkästchen: Was waren die außergewöhnlichsten Herausforderungen, mit welchen eure Associates konfrontiert waren und wie haben sie sie gemeistert?
Ungewöhnliche Herausforderungen sind für unsere Associates die Regel. Das ist ja ein Hauptgrund, warum Unternehmen unsere Associates engagieren: Weil sie sich frische Impulse wünschen. Um aber ein Beispiel zu nennen: Unsere Associate Helen steht gerade vor der Herausforderung, die Lieferkette von Solar-Heimsystemen, deren Komponenten zum Großteil in China gefertigt aber in Ostafrika verkauft werden, zu optimieren. Und man mag es kaum glauben, aber ein wichtiger Lösungsansatz dabei ist, die Verpackungen, also wie und worin die Produkte verschifft werden, neu zu gestalten. Dadurch können in den kommenden Jahren beträchtliche Summen gespart werden. Das erfordert Kreativität und Hartnäckigkeit. Aber wenn unsere Associates eines sind, dann gute Problemlöser und Projektmanager.

Kannst du uns erzählen, warum du On Purpose Deutschland mitgegründet hast? Was ist deine persönliche „reason why“ für On Purpose?
Ich wollte Teil der Lösung und nicht mehr Teil des Problems sein. Das klingt kitschig, ist aber so. Ich habe zuerst Unternehmen beraten und danach bei einem Think Tank über soziale Innovationen nachgedacht. Das war mir einfach zu wenig. Beides zusammenzubringen und als Sozialunternehmer mit einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten umzusetzen – das ist genau, was ich wollte.

Vielen Dank für das Interview, Mark.

 



Der erste Associate-Jahrgang von On Purpose Berlin

 

Nähere Infos zu On Purpose erhalten Sie hier: www.onpurpose.de.com